Ein Gutachten ist ein schriftlicher, fachkundiger Bewertungsbericht, den ein unabhängiger Kfz-Sachverständiger erstellt, um Zustand und Marktwert eines Fahrzeugs nachvollziehbar darzustellen. Es dient Käufern und Verkäufern gleichermaßen als Entscheidungsgrundlage und schützt vor versteckten Mängeln und späteren Streitigkeiten.
Man unterscheidet drei Hauptarten:
1. Wertgutachten: Liefert eine detaillierte Marktwertermittlung auf Basis von Laufleistung, technischer Ausstattung, Wartungshistorie sowie lokalen Preislisten und Auktionsergebnissen.
2. Schadensgutachten: Dokumentiert Unfall- oder Substanzschäden, schätzt Reparaturkosten und beurteilt die Verkehrssicherheit – oft Voraussetzung für Versicherungsleistungen.
3. Zustandsbericht (Kurzgutachten): Erfasst den Gesamtzustand ohne allzu tiefgehende Analyse, ist jedoch kostengünstiger und bietet Käufern Transparenz.
Der Ablauf umfasst Terminvereinbarung, Fahrzeuginspektion (Hebebühne, Lackprüfung, Probefahrt) und Auswertung von Serviceunterlagen sowie Datenbanken. Innerhalb weniger Werktage erhält man das fertige Dokument. Für Oldtimer ist ein spezielles Gutachten zum Erlangen des H-Kennzeichens nötig.
Obwohl rechtlich keine feste Gültigkeitsdauer existiert, gelten Gutachten üblicherweise sechs bis zwölf Monate. Ein aktuelles Wertgutachten ist besonders bei Bankfinanzierungen, Online-Angeboten und Leasingverträgen gefragt. Insgesamt schafft ein Gutachten Vertrauen, erleichtert Preisverhandlungen und sichert sowohl Käufer als auch Verkäufer vor unangenehmen Überraschungen ab.